Tag 23 von 60 · Modul 2, Woche 1
Tag 23: Unterstützende Faktoren & KI-Diagnosegespräche mit Agenten
Es ist Teil eurer Aufgabe, Gespräche zu strukturieren, damit ihr die für eure Arbeit notwendige Information erhaltet.
Ziele
Teilnehmende identifizieren und bewerten KI-Anwendungsfälle in ihrer Organisation und steuern sie systematisch, unter Berücksichtigung der beteiligten Stakeholder sowie der organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen.
Tagesziele
- …verstehst du besser, warum unterstützende Faktoren so wichtig für eine KI-Strategie sind.
- …lernst du, gezielte Gespräche mit aktiven Kunden zu führen (und wie herausfordernd diese sein können).
- …kennst du den IST-Zustand unserer Lehrunternehmen.
Tagesablauf
Kursplan
Blöcke im Detail
Block 1 einstieg 09:00–09:15 Einstieg: Recap & KI-News
Plenum
- Checkpoint Tag 22: Wir starten nie auf der grünen Wiese; digitale Reife hat zwei Achsen
- KI-News der Woche
Block 2 theorie 09:15–09:45 Wiederholung KI-Strategie: Vision, Use Cases, unterstützende Faktoren
Keine weiteren Details für diesen Block.
Block 3 praxisübung 09:45–12:00 Unternehmen 1: KI-Diagnosegespräch mit der Moosrasen GmbH
Fallstudie: Moosrasen GmbH
Rollenspiel mit KI-Agentin in Langdock, danach Auswertung im Plenum · Langdock
- Gespräch mit der Agentin (Monika Moos) (20 Min.)
- Vor- und Nachbereitung, z. B. in Word (15 Min.)
- Gemeinsamer Austausch: Was habt ihr herausgefunden? (10 Min.)
- Auflösung: KI-Vision und die vier Faktoren für dieses Unternehmen
Block 4 praxisübung 12:30–15:15 Unternehmen 2 und 3: KI-Diagnosegespräche mit IHK und Küstenkurier
Rollenspiel mit KI-Agenten in Langdock, je Unternehmen derselbe Ablauf · Langdock
- IHK: Gespräch mit Guido Geschäftsführer (20 Min.), Vor-/Nachbereitung (15 Min.), Austausch (10 Min.)
- Auflösung IHK: Vision „Souveränität im Alltag“ und die vier Faktoren
- Küstenkurier: Gespräch mit Sarah Wendlandt und Thomas Bergkamp (20 Min.), Vor-/Nachbereitung (15 Min.), Austausch (10 Min.)
- Auflösung Küstenkurier: Vision „Journalismus möglich machen“ und die vier Faktoren
Block 5 reflexion 15:15–16:00 Reflexion: Was hat wie funktioniert?
Keine weiteren Details für diesen Block.
Block 6 abschluss 16:00–16:15 Abschluss: Reflexion & Ausblick auf Tag 24
Keine weiteren Details für diesen Block.
Verwendete Elemente
Tools
- Langdock
- Word
Rahmen dieses Tages
Beobachtungen zum Deck
Die drei Gesprächspartner:innen sind KI-Agenten in Langdock, jeweils mit Rolle, Alter und Charakterisierung hinterlegt: Monika Moos (Moosrasen), Guido Geschäftsführer (IHK) sowie Sarah Wendlandt und Thomas Bergkamp gemeinsam (Küstenkurier). Laut Folie 41 wissen die Teilnehmenden vorab nicht, wen sie vor sich haben. Alle vier sind als Stakeholder-Entitäten erfasst; Sarah Wendlandt und Thomas Bergkamp existierten bereits, Thomas Bergkamp ist mit den Angaben aus diesem Deck ergänzt worden.
Der Nachname des IHK-Agenten lautet im Deck schlicht „Geschäftsführer“ („Guido Geschäftsführer“) — offenbar ein sprechender Platzhaltername, kein versehentlich stehengebliebener Blindtext. So übernommen.
Auf Folie 53 wird ein zweiter Mitgründer der Moosrasen GmbH genannt („alle Entscheidungen liegen bei Monika und Marvin“), zu dem das Deck sonst nichts sagt — keine Rolle, kein Alter, keine eigene Folie. Deshalb nicht als Stakeholder angelegt, nur hier vermerkt.
Querverweis: Die Folien 9 bis 25 wiederholen Tag 22 fast vollständig — „Du baust nie auf der grünen Wiese“, das Paradox der digitalen Reife, die Zwei-Achsen-Matrix und die komplette Nordlicht-Case-Study inklusive der drei Phasen. Folie 20 ergänzt gegenüber Tag 22 den Hinweis, dass Inhalte und Arbeitsmaterialien in der Academy hinterlegt sind und 15 Minuten zum Einlesen vorgesehen ist.
Die Tagesplan-Tabelle gibt für die drei Unternehmen zwei Zeitblöcke an (09:45–12:00 für Moosrasen, 12:30–15:15 für IHK und Küstenkurier). Die Einzelzeiten der Arbeitsaufträge (je 20 + 15 + 10 Minuten) summieren sich auf 45 Minuten pro Unternehmen und passen damit in die Blöcke.
Die Abschlussfolie formuliert vier Sätze über Gesprächsführung statt über Fachinhalte — darunter „Auch die perfekte Frage führt nicht immer zum perfekten Ergebnis“ und „Man muss auch zwischen den Zeilen lesen“.
Ausblick
Einstieg: Recap & KI-News
Checkpoint zu Tag 22: Wir starten nie auf der grünen Wiese, und digitale Reife hat zwei Achsen. Dazu die KI-News-Runde. Es folgt eine ausführliche Wiederholung des Vortags bis hin zur kompletten Nordlicht-Case-Study.
Wiederholung KI-Strategie
Die drei Säulen einer KI-Strategie werden wieder aufgerufen: KI-Vision (Wie kann KI unterstützen, um die Ziele zu erreichen?), KI-Use-Cases (klar definierte Aktivitäten mit messbaren Zielen) und unterstützende Faktoren (was zur Umsetzung und Skalierung benötigt wird).
Neu ist eine dritte Lesart der Use-Case-Kategorien, als Andock-Tiefe im Unternehmen: Quick Wins docken an Begleitprozesse an und funktionieren überall, auch ohne tiefe digitale Substanz. Leuchttürme docken an Teilprozesse der Wertschöpfung an und setzen digitale Substanz voraus, sonst gibt es nichts, woran KI andocken kann. Strategische Wetten docken an die Kernwertschöpfung an und brauchen Substanz, Veränderungsfähigkeit und echten strategischen Druck.
Auf die drei Lehrunternehmen übertragen heißt das: Bei Moosrasen (geringe Substanz, hohe Agilität) liegt der Schwerpunkt auf Quick Wins, Leuchttürme kommen perspektivisch mit dem Wachstum, strategische Wetten sind unrealistisch. Bei der IHK (mittlere Substanz, eingeschränkte Agilität) sind Quick Wins und Leuchttürme der Schwerpunkt; strategische Wetten wären denkbar, aber regulatorisch heikel, und es fehlt schlicht die Motivation für einen riskanten Richtungswechsel, weil Pflichtbeiträge sicher eingehen. Beim Küstenkurier (hohe Substanz, gemischte Agilität) reicht der Wirkungsraum vom Pflichtprogramm bis zu strategischen Wetten und ist zugleich am breitesten und am dringendsten.
Anschließend die vier unterstützenden Faktoren im Detail (siehe Methode).
Unternehmen 1 bis 3: KI-Diagnosegespräche mit Agenten
Der Kern des Tages ist ein Rollenspiel: Die Teilnehmenden führen ein Diagnosegespräch mit einer Ansprechperson eines Lehrunternehmens. Die Person ist ein KI-Agent in Langdock, und man weiß vorher nicht, wen man vor sich hat. Gefragt wird organisch wie in einem echten Gespräch, nicht als Fragebogen abgearbeitet.
Herauszufinden ist zweierlei: erstens die KI-Vision — „Was will das Unternehmen mit KI erreichen? Nicht was es technisch plant, sondern wohin es will.” Zweitens der Stand bei den vier Faktoren, mit vorbereiteten Fragen je Faktor (etwa bei Organisation: Wer entscheidet bei KI-Themen? Wie schnell werden Entscheidungen getroffen? Welche Mitbestimmungsstrukturen sind aktiv?).
Die drei Gesprächspartner:innen sind bewusst unterschiedlich angelegt: Monika Moos spricht direkt und klar, kein Managementsprech, und verweist bei manchen Themen auf ihren Mitgründer. Guido Geschäftsführer ist bedächtig und redselig, hat viele Anekdoten, schweift ab und verweist auf andere Zuständige im Haus. Beim Küstenkurier sitzen gleich zwei Personen am Tisch, Sarah Wendlandt, digital-nativ und ungeduldig, und Thomas Bergkamp: print-sozialisiert, der immer fragt: Was verlieren wir dabei?
Jedes Gespräch dauert 20 Minuten, dazu 15 Minuten Vor- und Nachbereitung und 10 Minuten gemeinsamer Austausch. Danach löst das Deck auf.
Moosrasen — „Wachsen durch Effizienz”. Flache Hierarchie ohne Zwischenebenen, alle Entscheidungen bei den beiden Gründer:innen, die selbst mit verlegen. Technikaffin, haben bereits erste eigene KI-Use-Cases gebaut. Technisch schlank: Google Workspace plus Claude, kein ERP, keine Branchensoftware. Im Ökosystem geben Investoren Netzwerkzugang und strategisches Sparring.
IHK — „Souveränität im Alltag”. Die Zuständigkeit ist unklar: IT, HR und Hauptgeschäftsführung beanspruchen alle Mitsprache, niemand hat sie. Entscheidungen fallen langsam und hierarchisch. 350 Mitarbeitende mit sehr heterogener KI-Kompetenz, von Pionier:innen bis Verweigernden. Technisch Microsoft 365 mit Copilot, DSGVO-konform ausgerollt; die Datenlage ist umfangreich, aber sensibel. Im Ökosystem ist Microsoft gesetzt, dazu DIHK-Gremien und die Mitgliedsunternehmen mit doppeltem Auftrag: selbst lernen und Vorbild sein.
Küstenkurier — „Journalismus möglich machen”. Auch hier hat niemand den Hut auf, Chefredaktion, IT und Geschäftsführung beanspruchen alle Mitsprache, laut Deck ein Engpass. Die KI-Kompetenzen sind heterogen und unkoordiniert: Manche bauen schon eigene Workflows, andere haben nie einen Prompt geschrieben. Technisch Microsoft 365 plus ein etabliertes Redaktions-CMS, das ausdrücklich als Bremser bezeichnet wird. Im Ökosystem Verlegerverband und Tarifpartner mit politischem Gewicht, aber traditionell und nicht KI-fokussiert.
Reflexion & Abschluss
Die Schlussfolgerungen des Tages betreffen weniger den Fachinhalt als die Gesprächsführung: Kundengespräche gezielt und fokussiert führen; sie verlaufen nicht immer linear; auch die perfekte Frage führt nicht immer zum perfekten Ergebnis; man muss zwischen den Zeilen lesen. Und: „Es ist Teil eurer Aufgabe, Gespräche zu strukturieren, damit ihr die für eure Arbeit notwendige Information erhaltet.”
Ausblick auf Tag 24: Quick Wins für die Lehrunternehmen umsetzen.