Einstieg: Recap & KI-News
Checkpoint zu Tag 23: Die Gruppe hat drei sehr unterschiedliche
Strategiegespräche geführt und weiß, dass solche Gespräche nicht immer
linear verlaufen. Dazu die KI-News-Runde.
Praxis Block 1: Küstenkurier Ideation & Priorisierung
Abschluss der Ideenarbeit für den Küstenkurier: Ideen generieren,
priorisieren und ausarbeiten.
Praxis Block 2: Eine Schulung alleine reicht nicht
Der Ausgangspunkt ist eine Erfahrung, kein Konzept: „Drei Wochen später will
jemand anfangen und weiß nicht mehr, wie es ging. Eine neue Kollegin kommt
ins Team und du musst nochmal von vorne erklären.” Daraus die Rolle:
„Enablement braucht Multiplikatoren. Als KI-Manager:in müsst ihr nicht nur
selbst bauen können. Eure Aufgabe ist es, anderen zu erklären, wie es geht,
Kolleg:innen, Fachabteilungen, Führungskräften.”
Drei Gruppen à fünf Personen dokumentieren je ein Tool: Claude
(Anweisungen in Projekten hinterlegen), Microsoft Copilot (Agenten in
Microsoft 365 bauen) und Langdock (Agenten mit hinterlegtem Prompt).
Anforderung an den Guide: nummerierte Schritte statt Fließtext, ein
Screenshot zu jedem relevanten Schritt, ein Hinweis auf typische
Stolperstellen und eine Beschreibung des Endresultats. Format ist ein
Word-Dokument, hochladbar auf SharePoint. Das Qualitätskriterium ist
konkret: „Könnte eine Kollegin, die das Tool noch nie geöffnet hat, es
anhand dieser Anleitung nachbauen?”
Dann der Härtetest im Kreis: Gruppe 1 bekommt den Guide von Gruppe 2,
Gruppe 2 den von Gruppe 3, Gruppe 3 den von Gruppe 1. Die Spielregeln sind
streng, exakt nach Anleitung bauen, nicht improvisieren, nicht googeln; wo
man steckenbleibt, markieren und weitermachen. Nach 20 Minuten gehen fünf
Minuten Feedback direkt zurück an die schreibende Gruppe, danach wird das
Dokument kopiert und finalisiert.
Das Ergebnis laut Deck: drei fertige How-to-Guides für alle drei Tools auf
dem gemeinsamen SharePoint, zwei Tools hands-on erlebt und eines tief
erkundet. „Was ihr heute baut, bleibt.”
Praxis Block 3: Prozesse, Wert und wo Quick Wins zu finden sind
Erst die Definition: „Ein Prozess ist eine Abfolge von Schritten, die einen
Input in einen Output verwandelt.” Die Beispiele greifen den weiteren
Tagesverlauf vor, ein Kundengespräch wird zu einem Angebot, ein
Newsletter-Entwurf zu einem veröffentlichten Beitrag, ein Artikel zu
Social-Media-Posts.
Dann die Wertfrage: „Ein Prozess ohne Wert ist Beschäftigung. Ein wertvoller
Prozess unterstützt die Vision des Unternehmens.” Drei Fragen helfen, den
Wert zu ermitteln: Warum, was ist der Zweck dieses Prozesses? Für wen, wer
profitiert vom Ergebnis? Wie lange, oder welche Alternative, was wäre
konkret anders? Genau diese Fragen beantwortet das Opportunity Canvas,
strukturiert und kompakt.
Wo Quick Wins typischerweise liegen, fasst das Deck in vier Bereiche:
Marketing & Kommunikation (hohe Dichte), Vertrieb (mittlere Dichte,
oft mit Datenanbindung), Wissensmanagement (mittlere Dichte, oft mit
Recherche-Logik) und Administration & interne Prozesse (hohe Dichte, oft
unterschätzt). Zum Abschluss die Verortung auf dem Automatisierungsspektrum
(siehe Methode): „Ab jetzt bewegen wir uns auf Level 1.”
Vorstellung der drei Quick Wins
Die drei Opportunity Canvases liegen als echte Workshop-Ergebnisse aus den
Unternehmen vor, und jedes Team bekommt eins mit einem festgelegten Tool:
Moosrasen → Angebots-Generator in Claude. Ausgangslage im Canvas: „Marvin
und ich schreiben jedes Angebot manuell. Nach jedem Beratungstermin öffnen
wir Google Docs, suchen das letzte ähnliche Angebot raus, kopieren…” Der
Assistent bekommt eine Excel-Preisliste als Wissensdokument; getestet wird
mit realistischen Eingaben wie „Müller-Garten, 80 m², Anfahrt Eching 18 km,
Wunschtermin Mai”. Abnahmetest: Würde Monika dieses Angebot so an einen
Kunden schicken?
IHK → Newsletter-Veredler in Microsoft Copilot. Entwürfe kommen aus den
Fachabteilungen in unterschiedlicher Qualität, mal zu lang, mal zu trocken,
mal mit Lücken. Der Assistent liefert immer zwei Teile: den überarbeiteten
Text mit 120–180 Wörtern und eine Begründung der Änderungen. Getestet wird
an drei Entwurfsqualitäten, „das ist der echte IHK-Alltag”.
Küstenkurier → Social-Media-Generator in Langdock. Aus einem fertigen
Artikel plus wenigen Zusatzinfos entstehen drei bis vier plattformspezifische
Posts. Die vier Tonalitäten werden im Systemprompt konkret beschrieben,
LinkedIn sachlich-analytisch, Instagram bildbetont, Facebook erzählend.
Abnahmetest: Sind alle vier Varianten so gut, dass ein Redakteur sie nur
noch freigeben müsste?
Alle drei Arbeitsaufträge folgen demselben Ablauf: Canvas verstehen,
Systemprompt nach den fünf Bausteinen (Rolle, Ziel, Eingabe, Regeln,
Ausgabe) schreiben, Tool einrichten, mit mindestens drei realistischen
Eingaben testen und iterieren, einen finalen Abnahmetest fahren und am Ende
die Prozessteile sammeln. Input- und Output-Dokumente sowie den Prompt,
jeweils datiert nach der Konvention JJJJMMTT.
Abschluss: Das nehmen wir mit
Vier Sätze laut Deck: Dokumentationen schreiben ist extrem wichtig für die
Langfristigkeit von KI-Projekten. Der härteste Test für eine Anleitung: Kann
sie jemand anderes blind nachbauen? Die drei Quick Wins für morgen stehen
fest. Und: „Quick Wins sind keine kleinen Dinge – sie sind der Anfang einer
KI-Kultur im Team.”
Für Tag 25 kündigt das Deck den Arbeitsrhythmus an: der ganze Tag zum Bauen,
alle 45 Minuten ein fünfminütiger Check-in im Plenum, und wer nicht
weiterkommt, wird direkt an einen Coach oder Trainer verwiesen — „Niemand
bleibt allein stecken.”